Auch die Vorsitzende des Kulturausschusses, die griechische Sozialistin Katerina Batzeli, die ebenfalls Mitglied der China-Delegation ist, zeigte sich besonders von der Eröffnungsfeier beeindruckt. In ihr seien die unterschiedlichen „kulturellen und historischen Dimensionen Chinas, aber auch der restlichen Welt, in origineller Weise unter Einsatz moderner audiovisueller Technik und kinematographischer Mittel dargestellt worden“. Auch die Leichtathletik, die Schwimm- und Ruderwettbewerbe hätten ihr gut gefallen. „Als ehemalige Leichtathletin habe ich das 100-Meter-Finale der Männer mit gröβtem Interesse verfolgt. Leider gab es auch Dopingfälle - ein Problem, gegen das die EU und alle Mitgliedsstaaten unverzüglich Maβnahmen ergreifen sollten.“.
Ramona Nicole Mănescu, liberale Abgeordneten aus Rumänien, hat die meisten Leichtathletik- und Turnwettbewerbe verfolgt. „Der Grund dafür ist, dass ich viele Jahre selbst Leichtathletik betrieben habe und ich die Leistungen und die Anstrengungen der Sportler daher einzuschätzen weiβ.“
Pál Schmitt (Europäische Volkspartei - Europäische Demokraten, EVP-ED): „Es versteht sich von selbst, dass ich als Präsident des ungarischen olympischen Komitees vor allem die Sportarten verfolgt habe, in denen ungarische Sportler besonders stark sind: Kajak und Kanu sowie Wasser-Polo. Aber als ehemaliger Olympia-Sieger im Fechten war ich auch bei möglichst vielen Fechtkämpfen zugegen.“
Ein Team Europäische Union?
Sportlich waren die Sommerspiele für China ein groβer Erfolg, mit 51 Goldmedaillen war das Land das erfolgreichste überhaupt. Auch Europa kann zufrieden sein: Sportler aus der EU errangen zusammen 280 Medaillen, davon 87 goldene.
Wenn die EU-Länder gemeinsam antreten würden, wäre dies aus Sicht von Manolis Mavrommatis eine „deutliche Botschaft im Sinne der Einheit der Union... Stellen Sie sich vor, wir hätten Olympische Spiele mit fünf Kontinenten, die gegeneinander antreten, aber alle Länder des Kontinents gemeinsam. Eine gute Idee, aber es wären nicht mehr die Olympischen Spiele“.
Katerina Batzeli: „Der faire Wettbewerb war stets der wichtigste Wert der Olympischen Spiele und sollte es auch bleiben - und der Geist des olympischen Friedens“. Für diese Werte sollte die EU in Kultur und Sport Bannerträger sein, meint die Griechin, „unabhängig davon, ob europäische Athleten in nationalen Teams antreten oder in einem EU-Team.“
Ramona Nicole Mănescu meint, dass die nationalen Teams beibehalten werden sollten. „Wenn die EU ein einziges Team hätte, hätten viele Mitgliedsstaaten zu manchen Wettkämpfen keinen Vertreter schicken können. Ich glaube an ein Europa der Vielfalt und des Wettbewerbs. Ich denke, dass jeder Mitgliedsstaat seinen Beitrag zum europäischen Projekt leisten kann - auch im Sport.“
Der slowakische EU-Abgeordnete und frühere Eishockey-Profi Peter Šťastny (Europäische Volkspartei - Europäische Demokraten, EVP-ED) glaub nicht, dass es in absehbarer Zeit ein gemeinsames EU-Team geben werde. „Bei Olympiaden dreht sich alles um den Wettbewerb von Ländern und Nationen, um Spannung, Gefühle und Stolz. Aber niemand hält uns davon ab, selbst zu zählen. Also vielen Dank für die Information - 280 Medaillen und 87 davon Gold! Das macht mich sehr stolz. Diese Resultate sollten stärker bekannt gemacht werden.“
Pál Schmitt: „Wir können Stolz sein auf die Leistungen der gröβeren EU-Staaten, die ihrer Stärke, ihrer Geschichte und ihren Traditionen gerecht geworden sind. Ich denke nicht, dass es in naher Zukunft ein gemeinsames europäisches Team geben wird, jedes Land ist stolz auf seine Identität und hat seine eigenen Sport-Traditionen.“